Peter Siche - Nach dir steht mein Verlangen

Peter Siche ist unter anderem als Minnesänger unterwegs, und verfügt auch über ein entsprechendes Repertoire authentischer Lieder. Allerdings beschränkt auch er sich nicht auf die Zeit des Mittelalters, sondern verarbeitet auch Lieder aus der Renaissance und späteren Zeiten.

Die vorliegende CD "Nach dir steht mein Verlangen" enthät dementsprechend einen Querschnitt aus einigen Jahrhunderten, wobei man des öfteren schon nachlesen muß um ein Lied als nicht aus dem Mittelalter zu identifizieren. Insgesamt ist diese CD sehr stimmig, und mit 23 Liedern auch sehr umfangreich, dabei aber niemals langweilig. Ich gebe zu, es hat einige Tage gedauert, bevor ich mir die, auf den ersten Reinhörer sehr ruhig wirkende, CD tatsächlich durchgängig angehört habe, aber seit dem bin ich ihr verfallen. Die hervorragende Stimme von Peter Siche, gepaart mit der spritzigen Spielweise, nimmt einen gefangen, ohne daß man dies merkt. Nach einiger Zeit bemerkt man dann auch, daß die durchwegs sehr unschuldig klingenden Lieder auch über sehr anzügliche Textstellen verfügen, ein Kontrast, der immer wieder für Erheiterung sorgt.

Die im Booklet enthaltenen Texte laden dann natürlich auch gleich zum mit- oder nachsingen ein, wobei man leider feststellt, daß einen so eine Gesangsausbildung doch zu Dingen befähigt, die der Normalsterbliche nicht so ohne weiteres nachmachen kann. Nichts desto trotz, das eine oder andere Lied kann man sich aneignen und wird man dann vielleicht auch öfter auf den Mittelalterfesten hören, als angenehmen Kontrast zu dem allgegenwärtigen Sackpfeiffen-Getöse.

Wer sie noch nicht hat, sollte sich die CD auf alle Fälle kaufen.

Insgesamt kann man auf der CD folgende Lieder finden:

Under der Linden an der Heide
Es ist ein Schnee gefallen
Nun bin ich einmal frei
Es wollt ein meidlin wasser holen
Wo find ich denn deins Vaters Haus
Ach Elslein, liebes Elselein
Tanzen und Springen
Kume, kum, Geselle min
Wie schön blüht uns der Maien
Feinslieb, du hast mich gfangen
Wach auf mein Hort
Den dag en wil niet verborghen zijn
Es saß ein klein wild Vögelein
Mir ist ein feins brauns Maidelein
An hellen Tagen
Anke van Tharau
Wenn alle Brünnlein fließen
Innsbruck, ich muß dich lassen
Gut Gsell und du mußt wandern
Ich fahr dahin
Du mein einzig Licht
All mein Gedenken
Es gingen drei Gesellen

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