Spielmanns Notenbuch Band 1, Govil-Willers und Capelle

In der zweiten Auflage 1994 wurde dieses Buch in obigen Titel umbenannt, in der ersten Auflage 1992 hieß es noch "Sackpfeifers Notenbuch". Der Untertitel "Alte Musik in mehrstimmigen Sätzen für Flöten, historische Bordun- und Blasinstrumente" sagt eigentlich schon recht viel über dieses Buch, aber ein bißchen genauer machen wir es schon noch.

Im wesentlichen besteht das Buch aus einer sehr umfangreichen Sammlung (über 100) von Musikstücken, sortiert nach Mittelalter, Renaissance, Frühbarock und Barock, inkl. einem Teil mit Weihnachtsliedern. Gerade im Bereich des Mittelaletrs findet man einige Lieder mit Text, die anderen Epochen sind fast ausschließlich zweistimmige Instrumenatlstücke. Daß dieses Buch ursprünglich für Sackpfeifen konzipiert war, merkt man auch noch in der zweiten Auflage. Viele der Stücke wurden in Details leicht angepaßt, damit sie auch mit den eingeschränkten Möglichkeiten eines Dudelsacks spielbar sind, was sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene eine echte Hilfestellung ist. Manche der Stücke sind allerdings auch in den im selben Verlag erschienenen "Schnurrpfeiffereyen" zu finden, zum Teil sehr anders notiert und 4-stimmig, wodurch sie in größeren Besetzungen natürlich gleich um einiges imposanter klingen. Dennoch sollte man nie gleich mit der Tür ins Haus fallen, und Anfänger der mittelalterlichen Musik sind mit diesem Buch sicher gut beraten, denn auch vereinfacht sind die Stücke nicht im Dutzend pro Tag zu erlernen, und eine nette, gemischte Sammlung ist es ohnehin.

Sehr positiv fallen auch die wenigen erklärenden, meist als Vorwort zu den Kapiteln verpackten Texte auf. Davon gibt es zwar nicht viele, und besonders lang sind sie auch nicht, dafür aber sehr informativ. Weniger gut gefällt mir, daß zumindest teilweise die Liedtexte gekürzt sind, man sich diese also wieder aus dem Internet suchen muß.

Erschienen ist das Buch in der zweiten Auflage 1994 im Verlag der Spielleute, die Autoren sind Kamini Barbara Govil-Willers und Friedhelm Capelle, ISBN 3-927240-11-7


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